Agglomerationsprogramm 4

Das Agglomerationsprogramm Aargau-Ost, AGLO 4

Was ist ein Agglommerationsprogramm?

Die urbanen Räume in der Schweiz können die Probleme der Agglomerationen nicht (mehr) allein lösen. Ein gemeinsames Vorgehen der Städte, Gemeinden, der Kantone und des Bundes ist dazu nötig. Der Bundesrat hat in seinem Bericht vom 19.12.01 die Agglomerationspolitik aus Sicht des Bundes formuliert, wichtigster Bestandteil sind die Agglomerationsprogramme.

Ein Agglomerationsprogramm ist ein langfristiges Planungsinstrument. Es umfasst inhaltlich und zeitlich koordinierte und priorisierte Massnahmen zur Lenkung der Siedlungsentwicklung sowie infrastrukturelle und betriebliche Massnahmen der verschiedenen Verkehrsträger motorisierter Individualverkehr (MIV), öffentlicher Verkehr (ÖV) sowie Fuss- und Veloverkehr (FVV) in einer Agglomeration.
Der Zweck der Aggloprogramme ist die Darlegung der Probleme, Abhängigkeiten, Zielrichtungen und Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrsprobleme aller Verkehrsträger im definierten AGLO-Raum. Aufgrund der eingereichten Projekte entscheiden Bund und Parlament  aufgrund strenger Kriterien über die finanzielle Unterstützung der Projekte. 

Seit 2001 sind schon 3 solche Programm abgelaufen, die Arbeiten am vierten sind weit fortgeschritten, federführend ist der Kanton unter Mitwirkung der Regionen. Die Abgabe des Programm beim Bund ist auf Mitte Juni 2021 geplant. Im Herbst 2023 entscheidet dann das Parlament, so dass ein Baubeginn der einzelnen Projekte frühestens auf 2024 zu erwarten ist.

Perimeter des Programms

Der Perimeter "Agglomeration Aargau-Ost" wurde auf die vom Bund festgelegten beitragsberechtigen Gemeinden und Städte angepasst, ein Teil der REPLA-Gemeinden ist ebenfalls eingeschlossen. Dies weil der Raum Bremgarten-Mutschellen als Agglomerationszentrum im östlichen Aargau eine wesentliche Bedeutung zukommt.
Nebenan sind die einbezogenen Gemeinden ersichtlich. Über die Lücke zwischen Lenzburg und Wohlen lässt sich durchaus streiten.
Die 5 Kernbotschaften des Agloprogramms

Kernbotschaften des Aggloprogramms 4

Es werden die gemeinsamen Herausforderungen und funktionalen Zusammenhänge der einzelnen Zentren und regionalen Einheiten betont.
  • Die einzelnen Teilräume weisen jeweils eigene Profile auf, die unterschiedlich zu den beschriebenen Qualitäten beitragen. So ergänzen sich die fünf Teilräume gegenseitig und stärken die Agglomeration Aargau-Ost als Ganzes.
  • Mit der zunehmenden baulichen Dichte werden die Freiräume attraktiver gestaltet, um die Lebensqualität zu erhöhen.
  • Die Flüsse und Wasserläufe werden durch die blauen Bänder symbolisiert. Die natürlichen Qualitäten in allen Naturräumen der Agglomerationen bleiben erhalten, in Siedlungsnähe wird eine massvolle Nutzung für die Naherholung ermöglicht. Die Erschliessung mit dem Fuss- und Veloverkehr wird gestärkt.
  • Der motorisierte Verkehr wird effizient gesteuert, um ihn siedlungsverträglich und zuverlässig zu bewältigen und den Busverkehr zu priorisieren. Die Qualität für den Fuss- und Veloverkehr soll vor allem innerhalb der Kernstädte und ländlichen Zentren sowie für den Veloverkehr entlang der urbanen Entwicklungsräume erhöht werden.
  • Durch eine sorgfältige Koordination der Planungen können die Voraussetzungen geschaffen werden, um Siedlung und Verkehr aufeinander abzustimmen und die Agglomeration Aargau-Ost als lebenswerten urbanen Raum weiterzuentwickeln.

Zukunftsbild

Aus obigen Kernbotschaften aufbauend wird ein Zukunftsbild dargelegt. Dieses beschreibt den Zukunftszustand 2040 für die Agglomeration Aargau-Ost entlang der drei Themen Siedlung, Landschaft und Verkehr. Das Zukunftsbild baut auf den kantonalen Konzepten und Planungen (insbesondere kantonaler Richtplan und Mobilitätstrategie Aargau) auf und konkretisiert und ergänzt diese für die Agglomeration Aargau-Ost. Es berücksichtigt alle drei Verkehrsträger in Abhängigkeit zu den Siedlungen und der Landschaft, inklusive der geschützten Naturräume. 
Im Bereich des öffentlichen Verkehrs bildet die Bahn das Rückgrat für die Verbindungen der Zentren und das Busnetz dasjenige zur Naherschliessung. Wichtig sind die sog. Multimodalen Knoten, wo mehrere Verkehrsträger miteinander im Austausch sind - grössere Bahnhöfe mit Busbahnhof, Velonetzanschluss, Veloparkplätzen, Fussgängerzugänge, Kiss-and-Ride Stationen, usw. Dichte, direkte und lückenlose Velo- und Fussverkehrsnetze gewährleisten attraktive Rahmenbedingungen für die urbane Mobilität und komfortables, sicheres Vorwärtskommen im Alltagsverkehr.

Nebenstehend ist ein Ausschnitt aus der schematischen Darstellung.

Foto Bagger

Teilstrategien und Massnahmen

Die Teilstrategien in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr legen dar, mit welchen Ansätzen die Agglomeration Aargau-Ost das Zukunftsbild erreichen und den festgestellten Handlungsbedarf adressieren will. Anknüpfend an den Zielhorizont des Zukunftsbilds von 2040 wird mit den Teilstrategien aufgezeigt, welche Strategien die Agglomeration mittel- und langfristig verfolgt.

Passend zu den Teilstrategien werden die einzelnen Massnahmen je Bereich aufgeführt und dargelegt. Diese sind dann die eigentlichen Projekt einzelner oder auch mehrerer Gemeinden zusammen, teilweise auch zusammen mit dem Kanton oder sogar unter dessen Federführung.
Die vorgesehenen Massnahmen in unserer REPLA-Region werden erst nach Abgabe des Programms an den Bund bekannt gegeben.